Urlaub trotz Corona

Iberostar Selection Fuerteventura Palace

Ist es möglich Urlaub zu machen?

Wir waren vor kurzem auf Fuerteventura, um der Frage, ob man Urlaub trotz Corona machen kann bzw. sollte, auf den Grund zu gehen. Wie das Reisen zurzeit aussieht und wie wir uns dabei gefühlt haben, erfahrt ihr im Video und Blogartikel.

Reisen in Zeiten von Corona

Dass es in diesem Jahr einige Monate geben würde, die so ganz anders aussehen, als unser normales Leben – damit hätte zum Jahreswechsel wirklich niemand gerechnet. Das Leben ist von jetzt auf gleich anders geworden. Irgendwie angespannt, aber auch etwas entschleunigter und weniger hektisch. Man musste ja auch nirgendwo dringend hin.

Wir alle haben seit März so viel Zeit zuhause verbracht wie nie zu vor. Manch einer hat sich vielleicht tierisch gelangweilt, andere sind im Home Office mit zwei Kindern verrückt geworden und einige haben endlich die neue Sprache gelernt, wofür sie vorher nie die Zeit gefunden haben.

Auch wir waren seit ein paar Monaten natürlich nicht mehr unterwegs, denn zu Reisen war weltweit nicht mehr möglich. Im Tourismus hat seit Mitte März absoluter Stillstand geherrscht und viele Reiseländer haben sich im kompletten Lockdown befunden. Es mussten unglaublich viele Urlauber wieder zurück nach Hause geholt werden und viele Reisen bis in den Sommer hinein mussten abgesagt werden.

Es ist wieder Urlaub am Horizont

Für Europa sind ist die Reisewarnung endlich wieder aufgehoben worden und die ersten Reisen finden wieder statt.

Auch für uns hieß es schon Koffer packen und austesten, wie das Reisen in Zeiten von Corona aussieht. Wir sind mit dem ersten Flug der Condor für ein paar Tage nach Fuerteventura geflogen und konnten uns selbst ein Bild davon machen, wie es von der Anreise bis zum Buffet abläuft.

Ich war wirklich skeptisch. Weniger, weil ich mir Gedanken über eine Ansteckung mit dem Corona Virus oder eine Quarantäne im Urlaubsland gemacht habe. Mein Problem war zu wissen, dass ich über einen langen Zeitraum den Mund-Nasen-Schutz tragen muss.

Als jemand, der schon genervt ist, wenn er nur kurz in den Supermarkt will und dabei eine Maske tragen muss, war ich anfangs sehr skeptisch. Ich konnte mir nicht vorstellen, die Maske für längere Zeit dauerhaft zu tragen. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und weil ich unbedingt mal wieder einen Tapetenwechsel gebraucht habe, habe ich dann auch gerne das Tragen der Maske in Kauf genommen.

Tipp: Ich habe die Maske vorher mal für eine längere Zeit getragen, statt nur kurz im Supermarkt. So merkt dann auch, ob sie auf Dauer bequem ist und gewöhnt sich etwas besser daran.

Online Check-IN 

Unser Flug ging ab Düsseldorf und mit Betreten des Flughafens galt dann auch die Maskenpflicht im gesamten Flughafengebäude. Zusätzlich soll natürlich zu jeder Zeit der Abstand zu anderen Personen eingehalten werden. Durch Markierungen im gesamten Flughafen wird man immer wieder daran erinnert, so dass man die Abstandsregelungen auch nicht vergisst. 

Vor dem Flug sollte man den Online Check-In nutzen, um am Flughafen so möglichst längere Kontakte zu meiden und nur noch das Gepäck aufgeben zu müssen. An Bord aller Flugzeuge darf dann auch nur noch ein Handgepäckstück mitgenommen werden, damit alles schnell und unkompliziert verstaut werden kann. 

Die Sicherheitskontrolle ging bei uns relativ zügig, aber der Flughafen bzw. die Kontrolle war auch sehr leer. Ich würde empfehlen, dass man für die Sicherheitskontrolle grundsätzlich etwas mehr Zeit als üblich einplanen sollte, wenn es an den Flughäfen wieder voller wird und mehr Reisende unterwegs sind. 

Beim Boarding ging es wirklich entspannt zu. Das Boarding findet in Kleingruppen statt und man wird nach Sitzreihen aufgerufen und in den Flieger gelassen. Das Anstehen an der Ticketkontrolle hat sich damit erledigt.

Der Flug: Ungewohnt, aber gut organisiert

Ich empfinde das Tragen einer Maske als nicht sehr angenehm und hatte durchaus Respekt davor, diese während des ganzen Fluges zu tragen. Auf Grund der sehr gut klimatisierten Luft im Flugzeug, habe ich die Maske hier aber als weniger belastend empfunden als z.B. beim Einkaufen. Die Meinung haben viele Passagiere aus unserer Reisegruppe so geteilt. Irgendwann habe ich mich so wohl gefühlt, dass ich den restlichen Flug quasi verschlafen habe.

Grundsätzlich erlauben die klimatischen Bedingungen an Board eines Flugzeugs, dass eine Maschine zu 100 % ausgelastet werden kann. Sofern die Maschine aber nicht ausgebucht ist, achten die Airlines auf eine gute Verteilung der Passagiere. Bei uns war zum Beispiel der Mittelplatz größtenteils frei. Zum Essen und Trinken im Flieger darf die Maske übrigens abgenommen werden. An Board gibt es aber einen eingeschränkten Service und nur noch verpackte Speisen und Getränke, wie länger haltbare Snacks und Wasserflaschen. Das übliche Flugzeug Sandwich oder Kaffee und offene Getränke, gibt es so zur Zeit nicht mehr.

Nach der Landung am Flughafen verlässt man das Flugzeug Reihe für Reihe nach Aufforderung der Crew. Es sind nicht alle gleichzeitig aufgesprungen und haben panisch die Gepäckfächer aufgerissen, um sich ihre Tasche zu schnappen und dann doch noch eine Ewigkeit im Gang rumzustehen. Das Aussteigen ging ganz entspannt zu, es gab kein Gedränge oder den Atem eines anderen direkt im Nacken. Ich fand es genial und würde mir wünschen, dass es in Zukunft definitiv so beibehalten wird.

Ankunft & Transfer: Ähnlich wie sonst, nur mit Maske  

Beim Betreten des Flughafengebäudes wurde Temperatur gemessen, was man übrigens fast gar nicht mitbekommen hat. Man muss direkt bei der Ankunft sein ausgefülltes Einreiseformular abgeben, dass man im Flieger bekommen hat. Auf dem Formular muss man Fragen zu seiner Person beantworten, wie z. B. Flugnummern, Angaben zum Wohnort oder dem Hotel im Zielgebiet. Das habe ich als vollkommen in Ordnung gefunden und so kann im Fall der Fälle schnell Kontakt aufgenommen werden.

Am Gepäckband konnte man dann mit Abstand seinen Koffer abholen. Auch hier kann man nur hoffen, dass es so beibehalten wird. Keiner hat sich direkt am Band getummelt und somit anderen die Sicht oder Möglichkeit genommen, den eigenen Koffer vom Band zu nehmen.

Einmal aus dem Flughafen raus, konnte man kurz mal die Maske abnehmen und ordentlich durchatmen bevor es in den Transferbus geht. Vor dem Einsteigen musste man sich direkt am Bus die Hände desinfizieren und auch im Bus mussten wir alle wieder unsere Masken tragen. Die Busse sind klimatisiert und das Tragen der Maske war auszuhalten.

Die spanische Regierung erlaubt übrigens, dass die Transferbusse voll besetzt sein dürfen. Auf den Kanaren werden die Busse aber bis zu maximal 70 % ausgelastet. 

Ankunft im Hotel

Nach gut einer Stunde im Bus ging es dann mit Maske ins Hotel. Das Iberostar Selection Fuerteventura Palace achtet sehr darauf, dass kein Gast ohne Desinfektion der Hände und Gang über eine Matte mit Desinfektionsmittel ins Hotel kommt. Der Check-In lief wie üblich ab, nur mit etwas mehr Abstand.

Im Hotel selbst wurden sämtliche Hygiene- und Abstandsregeln sehr gut und konsequent umgesetzt. Viele der über 300 Regeln, die es in dem Hotel gibt, bekommt man aber bewusst gar nicht mit. Man wird regelmäßig freundlich, aber bestimmt auf die Einhaltung der Regeln (Desinfektion, Laufwege…) hingewiesen und konnte sich durch gute Beschilderung und etwas Umsicht auch selber sehr gut orientieren und daranhalten. Generell gilt im Hotel aktuell nur Maskenpflicht am Buffet und immer dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.

Die Zimmer werden komplett desinfiziert und für 24 Stunden nicht vergeben, wenn ein Gast auscheckt. Auf Treppen und bei Zugängen zu z. B. Restaurants, wird immer ein Ein- und Ausgang ausgewiesen.

Im Hotel: Mehr Service und Privatsphäre

Im Aufzug ist nur eine Person erlaubt, das kann je nach Hotel natürlich auch zu Wartezeiten führen – aber man hat Platz und mehr Privatsphäre. Und das ist ein gutes Stichwort! Im Iberostar Selection Fuerteventura Palace ist z. B. der Fitnessbereich auf die doppelte Fläche vergrößert worden, um Geräte auseinander rücken zu können und das Spa kann nur nach vorheriger Anmeldung, und somit fast exklusiv, besucht werden. Den Pool kann man natürlich nutzen, aber ein Bademeister achtet darauf, dass Abstände eingehalten werden. Am Pool stehen die Liegen sehr weit auseinander und man muss somit nicht mehr jedem Gespräch der Liegen-Nachbarn folgen. Das gleiche gilt auch für die Restaurants. Es wird nur noch jeder zweite Tisch genutzt und man sitzt dadurch viel entspannter und mit deutlich mehr Platz beim Essen.

Für mich war es zur Abwechslung auch mal sehr nett, dass man sich trotz All Inclusive nicht am Buffet anstellen und um die letzten Pommes kämpfen musste. Buffets gibt es auch weiterhin und man darf auch immer noch so oft gehen und so viel essen wie man möchte. Die Buffets befinden sich aber hinter einer Plexiglasscheibe, damit alles schön hygienisch ist. Anstatt das man sich selbst bedient, steht an jeder Station ein Koch oder Restaurantmitarbeiter, der einem das Essen auf den Teller legt und anreicht. Ich hatte das Gefühl, dass die Buffets so viel weniger geplündert waren und auch wirklich immer ansehnlich und appetitlich ausgesehen haben.

Getränke konnte man direkt am Tisch bestellen und wurde bedient. Auch hier musste man sich nicht, wie üblich, anstellen und selber bestellen. Auch wenn viele Menschen es lieben, im Urlaub am All Inclusive Buffet ordentlich zu zuschlagen und sich jederzeit selbst bedienen wollen, mir gefällt die neue Variante ohne Self-Service sehr gut. Man bekommt nach wie vor das gleiche Speise- und Getränkeangebot, aber durch den Service hat sich bei mir schnell das Gefühl eingeschlichen, als wenn alles etwas exklusiver ist. 

Wir waren dann auch noch im R2 Rio Calma Hotel, in dem sämtliche Vorschriften und Auflagen gleichermaßen gut umgesetzt wurden.

 Ja oder Nein – kann man in Corona-Zeiten sicher reisen?

Mein ganz subjektiver Eindruck ist: Ja! Während der gesamten Reise habe ich mich zu keiner Zeit unwohl oder unsicher gefühlt. Von der Anreise bis hin zum Hotel, ist man die ganze Zeit über sehr informiert worden und wusste immer, was beachtet werden muss und wie man sich zu verhalten hat. Auf Fuerteventura habe ich mich sehr willkommen gefühlt. Die Menschen waren alle froh, dass endlich wieder Touristen zurück auf die Insel kehren und dort Urlaub machen. Man darf schließlich nicht vergessen, dass viele Länder der Welt sehr vom Tourismus abhängig sind. Viele der Mitarbeiter, die wir vor Ort kennengelernt haben, hatten in den letzten Monaten wahnsinnige Existenzängste und wussten nicht wie es weitergeht. Durch die Lockerung der Reisebeschränkung ist ihre Zukunft zumindest wieder ein wenig gesichert. Alle sind hochmotiviert und geben ihr Bestes, um den Gästen unter den aktuellen Umständen ein schönes Urlaubserlebnis zu bereiten.

Vor der Reise war ich skeptisch und man muss ehrlich sagen, dass die Reise natürlich mit Einschränkungen verbunden war. Allerdings kennen wir alle diese Einschränkungen mittlerweile aus dem täglichen Leben. Die Einschränkungen während der Anreise oder vor Ort waren nicht anders als sie es zuhause auch sind.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob und wie er oder sie zurzeit Reisen möchte. Ich persönliche gehe lieber auf Fuerteventura mit einer Maske ins Restaurant und setze sie am Tisch zum Essen ab, als zuhause. Denn auf Fuerteventura kann ich danach dann noch an den schönen Pool oder Strand und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. 😉

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